top of page

Zeitzeugin schildert Missbrauch in der DDR

  • 5. März
  • 1 Min. Lesezeit

Sexualisierte Gewalt in „Venerologischen Stationen und Spezialheimen der DDR


Heute besuchte ich eine Veranstaltung der SED-Opferbeauftragten.


Dort berichtete eine Zeitzeugin von ihren erschütternden Erlebnissen: Als 15-jähriges Mädchen wurde sie unter dem Vorwurf der „Herumtreiberei“ für 8½ Wochen in die geschlossene venerologische Station der Poliklinik in Halle eingewiesen.


Solche Einrichtungen wurden im Volksmund oft „Tripperburgen“ genannt. Der Begriff bezeichnete geschlossene Stationen für Geschlechtskrankheiten – insbesondere für Gonorrhoe („Tripper“) – in denen vor allem junge Frauen und Mädchen zwangsweise festgehalten wurden.


In der DDR dienten diese Stationen jedoch nicht nur der medizinischen Behandlung. Sie wurden auch als Instrument sozialer Disziplinierung missbraucht: Frauen, denen ein „asoziales“ Verhalten vorgeworfen wurde, konnten ohne rechtsstaatliches Verfahren dort eingesperrt werden.


Die Zeitzeugin schilderte, dass sie und andere Mädchen und Frauen während dieser Zeit regelmäßig von Funktionären der Staatssicherheit missbraucht wurden. Zuvor seien sie mit Medikamenten ruhiggestellt worden.

Leider wurde auf der Veranstaltung kaum über die Täter und ihre Hintergründe gesprochen.

Wurden diese Verbrechen jemals aufgearbeitet? Gab es Strafprozesse und Gerechtigkeit für die Opfer? Diese Fragen bleiben bis heute von großer Bedeutung für die historische Aufarbeitung des SED-Unrechts.



 
 
bottom of page