Wahlprognosen durch Kaffeesatzlesen


Seit es sie gibt, sind Wahlprognosen falsch (mehr oder weniger). Zum einen liegt es daran, dass meist nur 1.000, maximal aber nur 2000 Wähler befragt werden. Allein dieser eingebaute und von den Instituten nicht beeinflussbare Stichprobenfehler erlaubt den „wissenschaftlichen“ Instituten Raum für ideologisch bewusste Fehlinterpretationen. Auch kann davon ausgegangen werden, dass das Ergebnis einer Umfrage dem Auftraggeber und dessen Vorstellungen entgegenkommen solle. Schließlich wollen die Institute den nächsten Umfrageauftrag erhalten. Bewusster Wählerbeeinflussung ist somit Tür und Tor geöffnet. Jeder weiß, dass die günstigsten Wahlprognosen für die AfD im Wahljahr 2017 weit unter 10 % lagen. Die Abweichung zwischen tatsächlichem und prognostiziertem Wahlergebnis betrug bei der AfD sage und schreibe 40%, und zwar nach unten (12,6% Ergebnis, gegenüber 9% Prognose). Bei CDU, SPD und Linken liegt das tatsächliche Ergebnis dagegen schlechter als die Prognose. Im Falle der CDU wurde die Prognose um 8,6% nach oben geschönt. Bei Linken, Grünen und FDP liegen beide Zahlen im Rahmen der statistischen Streuung. Das heißt im Klartext: Nicht nur werden die Wahlprognosen für andere Parteien schöngerechnet und für die AfD schlecht gemacht. Nein, auch der Grad der Negativbewertung ist für die AfD am größten. Große Unterschiede gibt es auch bei den Online-Umfragen (Spiegel, Civey), stets zum Nachteil der AfD, beim Umschalten zwischen repräsentativen Daten (die Voreinstellung) und den sog. Rohdaten. Auffallend auch hier, dass ausgerechnet die Werte für die AfD (und CDU/CSU) horrende Abweichungen zeigen, während der „linke Block“ bei beiden Darstellungsarten fast konstant bleibt. Die Erklärung hierzu auf der Seite von Civey überzeugt nicht wirklich. Abgesehen von einer bewussten Benachteiligung durch die Meinungsforschungsinstitute und die Medien, wäre eine mögliche Erklärung für die Differenz zwischen Prognose und Wahlergebnis, zumindest bei persönlich durchgeführten Umfragen von Angesicht zu Angesicht, dass AfD-Wähler, um ihr persönliches Wohl bedacht, sich oft hüten, ihre politische Einstellung offen zu äußern. Ausgrenzung, Diffamierung und Einschüchterung zeigen hier ihre Wirkung. Aber: Die Anzahl derer, die mit den politischen Umständen unzufrieden sind, wird nicht weniger, sondern mehr. Und dieses Mehr kumuliert sich in der AfD. Wahlergebnisse 2017 Wahlprognose 2017

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