Deutschland einig Wirecard?

Gastbeitrag von Meinrad Müller


Schon wieder geht ein Ruck durch Deutschland. Ein gewaltiger. Nach vorsichtigen Schätzungen gingen 2 Milliarden „einfach so“ verloren. In Hundert-Euro Scheinen wären dies immerhin zwanzig Tonnen Papier, die eigentlich unübersehbar sein müssten. Verloren, weil die Geldbörse zu locker saß? Weil die Aussicht auf fette Gewinne die Gehirne vernebelte? Weil die Pressevertreter uns zu diesem todsicheren Investment rieten?

Nun, Wirecard war ja nicht irgendwer. Ein DAX-Konzern, umringt von Aufpassern, die anscheinend nicht sonderlich aufgepasst haben, voran die BAFIN, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, sozusagen der TÜV für Firmen wie Wirecard.

Wer seinen fahrbaren Untersatz zum TÜV bringt, der zittert womöglich vor dieser Prozedur. Ein einziger Fachmann prüft die Karre auf Herz und Nieren und klebt anschließend hoffentlich die neue Plakette aufs Nummernschild. Erst dann gehts weiter.

Ein Mann für ein Fahrzeug. Bei LKWs sind es dann schon mal drei Prüfer, schließlich ist dieses Gefährt auch größer und somit auch bei Fehlern eine noch größere Gefahr für die Menschheit. Verursacht ein LKW mit abgelaufenem TÜV einen Unfall, so gilt er als nicht versichert, was den Halter um Haus und Hof bringen kann.

Was aber, wenn das zu prüfende Objekt 6000 Beschäftigte hat? Wie viele Prüfer dürfen es sein? 50 oder gar 100? Die BAFIN schickte einen Mann, in Zahlen 1, um den „TÜV“ abzunehmen. Ein Behördenversagen wie es im Buche steht!

Hinzu kommen nicht zuletzt die Steuerberater und Wirtschaftsprüfer die auch jeder kleine Betrieb fürchtet. Wer Essensquittungen oder Tankbelege „verloren“ hat, der erfährt kein Erbarmen.

Wenn jedoch wie bei Wirecard, renommierte 400-Euro-die Stunde-Spezialisten, einen Fehlbetrag von über zwei Milliarden Euro jahrelang nicht monieren, dann stinkt der Fisch vom Kopfe her. Leidtragende sind die Hunderttausenden von Kleinsparern und auch Finanzämter, die hier auf die EY (ehemals Ernst und Young) vertrauten.

Wer nun meint, es ginge nicht noch schlimmer, der irrt. Mit Milliarden wird heute regierungsseitig ja jongliert wie mit vielen, vielen bunten Smarties. Und wenn dann mal Steuergelder in der Höhe von Hunderten Milliarden „auf höchsten Befehl“ nicht nutzbringend investiert werden, kein Wirtschaftsprüfer für Summen in dieser Höhe engagiert wurde, so hat das einen simplen Grund.

Die dazu notwendigen Taschenrechner können Beträge mit so vielen NULLEN nicht mehr anzeigen. Und die Nullen, die von keinen Nullen geprüft werden, fallen uns auf die Füße, Milliarden Mal mehr als die „nur“ zwei Milliarden bei Wirecard.

Nun sind aber wir Wähler ja auch keine Wirtschaftsprüfer mit Langzeitgedächtnis.

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