Frankfurter Allgemeine: "Wem gehört Schwarz-Rot-Gold?"

Die Paulskirche in Frankfurt ist in einem traurigen Zustand. Sie soll nicht nur renoviert werden. Bundespräsident Steinmeier will sie zum zentralen Symbol der deutschen Demokratiegeschichte machen. Doch auch die AfD erhebt Anspruch auf diese Tradition.


"Die Bundestagsfraktion der Partei führt den Namen Paulskirche sogar beständig im Mund. Sie hat nämlich ihren Sitzungssaal im dritten Stock des Reichstagsgebäudes "Saal Paulskirche" genannt. Die Idee wurde in der Arbeitsgemeinschaft Geschichte der Fraktion geboren, geleitet von dem Abgeordneten und Berliner Gymnasiallehrer Götz Frömming. Zunächst habe man über verschiedene historische Persönlichkeiten als Namensgeber diskutiert, etwa den Philosophen Immanuel Kant, erzählt Frömming. Dann sei man auf Otto von Bismarck gekommen, den Reichsgründer von 1871. Die Paulskirche sei als Alternative zu Personennamen ins Spiel gekommen. In der entscheidenden Abstimmung in der Fraktion im November 2018 habe die Paulskirche zehn oder zwölf Stimmen vor dem Reichskanzler gelegen.(...)


Die Bilder der Leipziger Künstlerin Melanie Tietjen sind im Grau historischer Stiche gehalten, nur die schwarzrot-goldene Flagge ist in ihnen farbig hervorgehoben. Dem Reichskanzler Bismarck hatte die Künstlerin nach diesem Kompositionsprinzip ein schwarz-rotgoldenes Samtkissen untergeschoben.

Das führte, so berichtet Frömming, zum Protest des AfD-Fraktionsvorsitzenden und bekennenden Bismarck-Verehrers Alexander Gauland. Niemals hätte sich Bismarck mit diesen Farben gemein gemacht, monierte er empört. Daraufhin wurde das Bild auf Anweisung Gaulands übermalt und die Farben Schwarz-Rot- Gold getilgt. Die Benennung des AfD-Fraktionssaals nach der Paulskirche führte allerdings zu einem Konflikt im Ältestenrat und mit dem Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble von der CDU. Ein formaler Einwand sei gewesen, so sagt Frömming, dass ein Saal im Reichstagsgebäude nach einer Person aus der Reihe verdienter demokratischer Politiker benannt werden solle. So ist ein größerer Raum im Parlamentsgebäude, in dem der SPD-Fraktionsvorstand tagt, nach der Sozialdemokratin und Frauenrechtlerin Marie Juchacz benannt. "Aufgrund unserer Jugend als Partei konnten wir den Saal schlecht Lucke- oder Petry- Saal nennen", sagt Frömming scherzend dazu."


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