Wünsch Dir eine Wahlprognose

Kennen Sie den: Trump wird niemals Präsident. Mit hundertprozentiger Sicherheit würde er die Wahl verlieren, sagten die Demoskopen. Die deutschen Wahlforscher waren sich absolut sicher. Und dann kam es doch ganz anders.


Gastbeitrag von Meinrad Müller

Seit es Wahlprognosen gibt, sind diese doch immer wieder lustig. Viel, viel lustiger als die Wetterprognosen. Und warum ist das so? Ganz einfach: weil diese oft monatelang völlig daneben liegen. Der Wunsch, der dahinter steht, lautet: Das tatsächliche Wahlergebnis solle so ausfallen, wie die Prognosen es vorhersagen. Das Ganze nennt sich Prognosepropaganda. Damit wir darauf nicht hereinfallen, müssen wir hinter den Vorhang blicken.

Auch der Wetterbericht liegt oft falsch. Der diesjährige bedrohliche Hitzesommer blieb aus. Im Frühjahr wurde er noch angekündigt. Schreckensszenarien, wie das „Ende ist nah“, sollen den Bürger verunsichern. Denn verunsicherte Menschen sind eben viel leichter zu manipulieren. Gute Wahlprognosen für die eine und schlechte Wahlprognosen für eine andere Partei, das ist der eigentliche Zweck. Und diese Propagandaspezialisten leben gar fürstlich von deren angeblich wissenschaftlichem Kaffeesatzlesen. Wes' Brot ich ess, des Lied ich sing“, dies gilt anscheinend auch in dieser Branche.


Der Wetterbericht erzählt von Hochdruck- und Tiefdruckgebieten. Diese tragen heute Namen, wie Erich oder Margot, oder ganz schlimme Katastrophenstürme heißen dann schon mal Angela oder Markus. Und droht uns eine Gewitterfront, die übers Mittelmeer auf uns zukommt, dann verrammeln wir unsere Behausungen. Wir ziehen die Decke über den Kopf und wollen von all dem Unheil nichts mitbekommen. Wir verspüren keine Lust, unser Wohlbefinden mit diesen „Naturgewalten“ täglich neu aushandeln zu müssen. Wir sind ja alle so brav. Wir wurden so abgerichtet. Wir nehmen unerwünschte Ereignisse als Naturgewalten wahr. Und gegen Naturgewalten kann man ja nichts machen. Das sagen auch die Wahlprognosen.

Gegenwärtige Wahlprognosen tragen noch keine Frauen-, Männer- oder diverse Namen. Noch nicht. Das kann sich aber bald ändern. Zumindest dann, wenn wir zeitlichen Abstand gewonnen haben. Wenn wir uns an unser trautes Zusammenleben bis zum Jahre 2015 erinnern.

Wenn nun Angela oder Markus eine Meinungsumfrage in Auftrag geben, dann sollte das von ihnen gewünschte Ergebnis zumindest politisch hilfreich sein. Und wann ist eine Wahlprognose im Sinne der Herrschenden hilfreich? Ganz einfach dann, wenn damit politische Konkurrenten eingeschüchtert werden. Man will ihnen Angst einjagen. Geringe Beliebtheitswerte sollen sagen: man liebt Euch nicht. Und weil wir alle harmoniebedürftig sind, fallen wir darauf herein.

Wahlprognosen sind deshalb zuallererst Wahlkampfmethoden, die von den Qualitätsmedien sofort verbreitet werden. Weil wir alle Neuigkeiten lieben, wirken diese Zahlen geradezu hypnotisch auf uns. Und wenn Wahlprognosen mal nicht im Sinne des Auftraggebers ausfallen, was dann? Dann können diese noch vor Veröffentlichung rückgängig gemacht werden. Damit haben die da oben ja schon Erfahrung.

Sagt man uns mittels der Prognosen, dass eine Partei z.B. nur auf vier Prozent käme, so wenden sich viele Wähler ab. Warum? Weil es sich einfach nicht lohnt, eine Verliererpartei zu wählen. Diese Stimme wäre verloren. Und genau aus diesem Grunde werden diese Parteien dann auch nicht so häufig gewählt.

Wahlumfragen wirken irgendwie wie Gerichtsurteile. Auch ein Einzelrichter am Amtsgericht verkündet sein Urteil im Namen des Volkes. Und verkündet eine Wahlumfrage, dass eine Partei garantiert 40 % erreichen würde, wie wirkt das auf Sie? Es wirkt wie ein vorweggenommenes Gerichtsurteil des Volkes. Wir lesen dann, dass „die Bevölkerung“ dieser oder jener Meinung sei. Die Mehrheit sei für oder gegen etwas. Wenn aber diese Umfrageergebnisse, die uns erzählt werden, gar nicht stimmen? Wenn dies nur politisch gewünschte Prozentpunkte sind? Weil wir angelogen und manipuliert werden?

Wir alle kennen die Ziehung der Lottozahlen. Die Prognosen für den Hauptgewinn stehen nicht schlecht, so eins zu 50 Millionen. Das ist wenigstens eine ehrliche Aussage. Jeder können theoretisch gewinnen, aber letztlich sind es nur Wenige. Und das Ergebnis der Ziehung wird stets mit einem Hinweis versehen. Dieser lautet „Alle Angaben ohne Gewähr“. Dieser Zusatz fehlt bei allen Wahlprognosen. Und genau hier wäre dieser Warnhinweis so wichtig.

Kennen Sie noch den Werbespruch: „Katzen würden Whiskas kaufen“?. Wie viele Katzen wurden denn telefonisch interviewt? Uns Konsumenten genügt bereits ein Hinweis, der in Wirklichkeit nur eine phantasievolle Behauptung ist. Wir folgen wie die Lemminge der Mehrheit. Wir sind verführbar und dies wird intensiv ausgenutzt. Man muss uns diese Behauptungen einfach nur oft genug um die Ohren hauen.Wenn dann aber bei einer geheimen Wahl, an der 46 Millionen Bürger teilnehmen, etwas ganz anderes herauskommt? Wenn beispielsweise ein kräftiges Hochdruckgebiet von der rechten Seite kommt und die chancenlose AfD bei der Bundestagswahl 12,6 % erreicht? Die Umfragebranche wischt sich den Schweiß von der Stirn. Der nächste Umfrageauftrag lautet: die nächsten Wahlprognosen müssen effektiver sein. So sehr, dass das Ergebnis die nächste Wahl gezielter beeinflusst werden kann.

Und was heutzutage bei Wahlprognosen im Allgemeinen so herauskommt, das haut uns aufmerksame Leser nicht mehr vom Hocker. Wir wissen das schon vorher. Kurz gesagt, die Luft ist raus, die Reifen der Wahrsager sind platt. Diese politischen Wahrsager und ihre Hintermänner verfolgen nur einen Zweck: man will spalten, man will uns Bürger auseinander dividieren, in gute und böse Bürger. Das ist ganz einfach.

Zudem werden wir von denen da oben politisch nicht sonderlich verwöhnt. Wahlprognosen, die auf uns niederprasseln wie Fingerzeige aus den Wolken, sind letztlich nur eine perfide Marketingstrategie. Wir sollen denen da oben alles abkaufen, ob richtig oder falsch. Höchst bedenklich allerdings, dass die Bevölkerung „die Reihen fest geschlossen“ halten soll. Wir sollen schon wieder mit einer Einheitsmeinung hinter den Einheitsfähnchen marschieren. Wir sollen nach dem Takt der Regierung im Gleichschritt das betreute Denken üben. Die Umfragen sollen uns glauben machen, dass die Mehrheit bereits im richtigen Tritt marschiert.

So eine Meinungsumfrage kostet viel. Und weil Erich, Margot, Angela und Markus nicht so viel Geld haben, wer bezahlt es dann? Sie liebe Zuhörer, Sie bezahlen das indirekt mit. Das ist unterm Strich versteckte Parteienfinanzierung. Nicht mehr und nicht weniger. Wir Bürger bezahlen das, ob wir es wollen oder nicht. Diese Prognosepropaganda soll eine Einigkeit zwischen Bürger und Regierenden bezeugen. Wo kämen wir denn da hin, wenn die Bürger etwas ganz anderes wollten? Wenn alle für Ökostrom sind, dann kann sich später auch niemand mehr über die höchsten Stromkosten der Welt aufregen.

Wahlumfragen werden ja nicht einfach aus heiterem Himmel einfach so gemacht. Sie werden vorbereitet mithilfe von Funk und Presse. Nichts ist leichter als das. Differenzen innerhalb von Parteien werden aufgebauscht. Gefahren werden heraufbeschworen, der Teufel wird an die Wand gemalt. Und dann erst wird die Umfrage durchgeführt. Ein Schnitzel wird auch erst weichgeklopft, dann erst gebraten. Und weichgeklopfte Wählerköpfe reagieren wie gewünscht. Sie reagieren im Sinne dessen, der sie in die Mangel genommen hat. Wir erinnern uns an das mediale Feuer zum Thema Ozonloch, zum Waldsterben und dass der Euro die bessere DM würde. Mit diesen medialen Schweinen, die „durch das Dorf getrieben wurden“, ließe sich eine neue Farm der Tiere komplett ausstatten.

Sie liebe Wähler, Sie bezahlen also den Strick, an dem man die Kälber in Formation und geschlossen zur Wahlkabine zieht. Bekanntlich tut Nachdenken ja weh, da ist ein geschlossenes Marschieren in Reih und Glied doch viel einfacher. Und wer aus der Reihe tanzt, der wird verstoßen. Er wird gesellschaftlich und beruflich an den Rand gedrängt, damit er in den Graben fällt, wo ihn dann die Raben fressen.

Wir brauchen heute auch keine Marschmusik mehr. Warum ist das so? Weil die Wähler bereits so im Gleichschritt marschieren und mit ihrem Kopf zustimmend „Ja“ nicken. Man will ja nicht auffallen, man will ja nicht ausgegrenzt werden. Vom Strick für die Kälber bis zu dem geforderten „alle geschlossen an einem Strang ziehen“ ist nur ein kleiner Schritt. Wohin kann das führen? Haben wir das schon wieder etwas vergessen? Was geschieht, wenn nicht mehr diskutiert werden darf? Wenn die Einheitsmeinung bereits feststeht? Wenn durch Wahlumfragen die gelenkte Volkesmeinung eindeutig bestätigt wird? Wenn keine neue politische Richtung mehr zu Wahl steht. Oder nicht stehen darf?

Und wenn Sie die Umfragen schon bezahlen müssen, dann setzen sie sich doch auch abends vor Ihren Volksempfänger, damit sie wenigstens etwas zu lachen haben.

Wenn sie eigentlich lieber Komikern gelauscht hätten, diese aber nicht mehr im Fernsehen vorkommen. Was sagt und das? Was haben jene sich erlaubt? Haben sie gegen alle Vorschriften ihr eigenes Gehirn eingeschaltet? Haben sie eine andere Wahrheit als die offizielle Wahrheit verkündet? Das stört natürlich die schön zusammengezimmerten Wahlprognosen. Wer nicht mehr im Fernsehen vorkommt, der wurde medial geschlachtet. Bestrafe einen und erziehe damit die 99 anderen.

Wäre es nach den Herrschaften von Infratest gegangen, wer wäre heute Präsident im Weißen Haus? Wir haben selten so gelacht, wie diese angebliche Wissenschaft so falsch liegen kann. Statt sich zu verkrümeln und rot zu werden, werden Gründe aufgetischt, warum die Wahlprognose so in die Hose ging. Aber vielleicht bekommen sie in diesem Falle Sponsorengelder von Pampers.

Doch die Umfragebranche verdient richtig gutes Geld. Und kommt ein neuer Auftrag, wieder eine Umfrage durchzuführen z.B. von der SPD, dann bedeutet dies: Der Auftraggeber wünscht sich ein Umfrageergebnis, das ihm dann auch gefällt. Denn wer bezahlt, für den spielt bekanntlich dann auch die Musik. Der Faktor Zweifel kommt heute bekanntlich rechts. Das wird in der künftigen Volksrepublik BRD nicht mehr geduldet. Und die neuen Einheitsparteien haben schon wieder einmal und immer recht. Die Bürger aus der ehemaligen DDR brauchen sich also erst gar nicht groß umzustellen.

Und was macht die Lückenpresse? Sie druckt in großen und dicken Buchstaben angeblich neutrale Wahlumfragen, wonach die AfD absolut keine Chance mehr habe. Und, dass die guten alten Parteien sich einig wären. Das Wörtchen Einigkeit, das erste Wort in unserer Nationalhymne, drückt bereits das aus, was politisch gewünscht ist. Nicht die Diskussion ist gewünscht, nicht das Ringen um die richtige Richtung oder um die Wahrheit. Nein, die Einigkeit, das fest geschlossen sein der Reihen, das ist es, was gewollt ist. Das soll uns Bürger zeigen, dass die da oben uns gemeinsam am Strang ziehen. Strang und Gängelung hängen zusammen. Hauptsache Geschlossenheit. Gab es denn keine Zeiten in unserer Geschichte, in der diese vasallenhafte Geschlossenheit alle ins Unheil führte?

Was damit erreicht werden soll, ist jedem der noch eigenständig denken kann, klar. Die Wähler sollen durch Wahlprognosen eingelullt und abgehalten werden Parteien zu wählen, die ja so klein und so unbedeutend sind.

Viele, viele Wahlumfragen verfolgen weitere Zwecke. Sie sollen den Eindruck erwecken, das Volk ja gefragt zu haben. Das Stimmungsbild sei ja ermittelt worden. So ähnlich wie bei einer Volksabstimmung in der Schweiz. Dass das nicht so ist, das wissen wir alle. Auch betrachtet die Regierung Umfragen als „Rückversicherung“. Wenn das Volk keine Atomkraftwerke mehr will, dann kann es später auch nicht meckern, wenn der teure Atomstrom aus Frankreich und Tschechien importiert wird.

Wie kann eine telefonische Befragung von 1000 Leuten ausreichen, um eine Meinung zu erforschen? Und welcher potenzielle AfD-Wähler würde dies am Telefon zugeben, dass er ein „Andersdenkender“ ist? Hat er nicht auch Angst, dass er berufliche Nachteile erleiden könnte? Das ist offene Manipulation der Wähler.

So wie der Leiter der hessischen Filmförderung, der mit einem AfD-Abgeordneten zu Mittag Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln speiste. Ihm wurde dafür mit der politischen gusseisernen Bratpfanne eins übergebraten. Sein Kopf wurde auf dem silbernen Tablett gefordert. Jetzt isst er keine Schnitzel mehr.

In der Geschichte von der Farm der Tiere heißt es: Alle Tiere sind gleich, doch manche sind noch viel gleicher. Und diese „ganz gleichen“ haben die Macht. So viel Macht, dass die anderen vor ihnen kuschen. Dieses Zentralkomitee der besonders Gleichen finden wir gewöhnlich Volksrepubliken. Wollen wir Bürger zurück zu einem Reiche des Erichs und des Adolfs? Nein!

Und weil wir das nun ganz und gar nicht wollen, lassen wir denen da oben dies einfach nicht durchgehen. Verspotten wir deren Wahlumfragen, die so „fake“ sind wie ein falscher Hase. So fake, wie des Kaisers neue Kleider.

Wahlprognosen sind gezielte Wählerbeeinflussung in zweifacher Weise. Mit unseren Steuern bezahlen wir das Lesen im Kaffeesatz. Und mit unserer „Demokratieabgabe“, der GEZ-Gebühr, wird die Manipulation auch noch in unsere Wohnzimmer gedrückt.

AfD-Wähler, um deren persönliches Wohl bedacht, hüten sich deshalb, deren politische Einstellung einem „Befrager“ gegenüber zu äußern. Wie sonst sind Wahlumfrageergebnisse möglich, wonach 53 % der Deutschen weitere Flüchtlinge aufnehmen wollten. Die angebliche Neutralität der Umfragen existiert nicht. Es sind böse Märchen, mit denen wir wie Kleinkinder manipuliert werden.

Die länger hier schon Lebenden, sollen mit den Goldstücken, die uns geschenkt wurden, das Zusammenleben täglich neu aushandeln. Und diese „Aushandeln“ erfolgt, von der Wahrheitspresse unerwähnt, täglich hundertfach und leidvoll. Das große sozialistische Experiment führt zu Verwerfungen. Und diese werden so stark sein, dass diejenigen, die uns das eingebrockt haben, in Bälde aus dem Amt geworfen werden.

Noch finden Wahlen in der Wahlkabine statt.

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