Frömming: Bildungsgerechtigkeit bedeutet nicht Abi für alle!

Aktualisiert: 4. Apr 2019

Die AfD hält den Vorschlag der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die Oberstufe „flexibel“ zwei, drei oder vier Jahre dauern zu lassen, für ungeeignet und weltfremd.

Dazu erklärt der Bildungspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Götz Frömming:

„Es spricht Bände, wenn teilweise die gleichen Leute, die vor kurzem mit der G8-Reform noch eine verkürzte Schulzeit propagiert haben, nun sogar das G-10 vorschlagen, damit auch wirklich jeder Schüler das Abitur erreicht. Die Motivation für beide Vorschläge ist die gleiche: Die GEW hat ein ideologisches Problem mit dem Gymnasium und will es im Grunde abschaffen.

Dazu wird das Gymnasium seit Jahren aus unterschiedlichen Richtungen attackiert. In Berlin beispielsweise wurde es zeitlich am Beginn und am Ende beschnitten und dauert in der Regel nur noch von der 7. bis zur 12. Klasse. Gleichzeitig zwingt man die Gymnasien, alle Bewerber unabhängig von den Grundschulnoten aufzunehmen und bei einer im Vergleich zu den anderen Sekundarschulen erhöhten Klassenfrequenz zu unterrichten. Und am Ende sollen unter diesen Bedingungen dann alle das Abitur schaffen?

Die Oberstufe des Gymnasiums verfolgt ein eng aufeinander abgestimmtes Curriculum. Schon jetzt können einzelne Schüler freiwillig zurücktreten oder sich auf Antrag zurückstellen lassen, wenn sie Bedenken haben, nicht ausreichend auf das Abitur vorbereitet zu sein. Eine komplette Flexibilisierung und Auflösung des Kurssystems würde aber die Schulen in organisatorischer Hinsicht vor kaum lösbare Aufgaben stellen und das ohnehin schon bestehende Reformchaos an den Gymnasien weiter vergrößern. Aber vielleicht ist das ja gerade die Absicht des weltfremden GEW-Vorschlags.

Bildungsgerechtigkeit bedeutet eben nicht, alle Schüler zum Abitur zu tragen, sondern unterschiedlichen Begabungstypen auch unterschiedliche Bildungsangebote zu machen. Das kann nur ein differenzierendes Schulsystem. Die Einheitsschule führt im Endeffekt nicht zu mehr, sondern zu weniger Bildungsgerechtigkeit.“




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